Konsequentes Gehauche -
Skurrile Verflachung großer Songs

Helen Schneider? Ich bin ein Fan der ersten Stunde, besitze all ihre CD & Vinyls, und habe ihre Karriere immer sehr genau verfolgt. Ich habe sie zig Mal life erlebt: ganz am Anfang mit ihren sanften, aber intensiven Popballaden, dann als Rock'n Roll Gypsy, - und später als fantastische, gereifte Interpretin von Weill-Songs und den großen Musicalmelodien von Webber, Arlen, Porter und zig anderen.
Ein Abend in der Kölner Philharmonie mit Steven Sondheim und Harold Arlen Songs kann ich nur als g r a n d i o s bezeichnen!
Jetzt liegt ihr neuestes Album vor. „Dream A Little Dream“ hat das schönste Design all ihrer CDs, beinhaltet aber zur großen Enttäuschung und in meiner rigoros persönlichen Beurteilung ihren bisher schlechtesten Gesang, den sie jemals auf einem Tonträger hinterlassen hat.
Die große, fazettenreiche Stimme der Helen Schneider wird auf dieser CD bei jedem Lied zum belanglosen Stimmchen. Musik und Gesang klingt wie austauschbare Barmusik, die man überall hören kann.
Wenn jemand vom Kaliber der Schneider sein großes Stimmmaterial eine ganze CD hindurch so drosselt, dann „spielt“ er eine Rolle, die nicht stimmt. Oder er will etwas „Anderes“. Helen Schneider und Produzent Till Brönner WOLLTEN ETWAS ANDERES ! Sie waren wohl vom dem unbedingten Willen durchdrungen, dass sich Schneiders Interpretationen dieser großen Jazzstandards von den zahlreichen, weltberühmten Versionen unterscheiden müssen. Das ist ihnen zweifelsohne gelungen. Das Ergebnis ist schlecht und bei manchen Titeln fast schon traurig-skurril. Weiterlesen