Melodiebetonter Pop in stimmlicher Reinheit

Barbra Streisand - G u i l t y

Guilty Cover

Wir schreiben das Jahr 1980. Im Herbst erscheint Barbra Streisand’s weltweit populärstes Album „Guilty“! Die Produktion übernimmt Barry Gibb und seine Produzenten, die voll verantwortlich zeichnen. Die BEE GEES, schon lange eine berühmte australische Popgruppe, hatten 1977 mit ihrer Musik zum Film „Saturday Night Fever“ den Gipfel ihres Ruhmes erklommen. Dieser Soundtrack enthielt gigantische, weltumspannende Hits und es gab allein sechs Singleauskoppelungen, die alle auf dem 1. Platz der Charts landeten.

Fast zwei Jahre wurden für zähe Verhandlungen und Diskussionen benötigt, bevor das Projekt überhaupt starten konnte. Barry Gibb schrieb bis auf „The Love Inside“ alle Songs des Albums speziell für Barbra Streisand. Er hatte sich vorgenommen, das „beste“ und auch das „kommerziellste“ Streisandalbum aller Zeiten zu machen! (Barry Gibb:“ We jumped at the idea. She was my favorite singer ever since I heard „People“ in Australia“) Doch für Barbra war es ein sehr ungewöhnliches Projekt: zum ersten Male musste sie laut Vertrag auf ein Mitspracherecht an der gesamten Produktion verzichten. Auch gab es niemanden von Streisand’s jahrelang bevorzugten Musikern oder Soundingenieuren, (denen sie immer vertrauen konnte), die an den Aufnahmen irgendwie beteiligt waren, und die den Sound so frisieren konnten, wie sie es wollte.... . Barry Gibb schrieb die Songtexte, komponierte, arrangierte, und produzierte den Sound nach seinen Vorstellungen und ohne Absprachen mit Barbra, in seinem eigenem Studio in Miami.

Und Barbra, die erklärtermaßen am liebsten live mit einem Orchester aufnimmt, die am liebsten jeden Song gleich 25 mal durchsingt, damit die Auswahl für die besten Takes möglichst groß ist, sang meilenweit entfernt in L.A. zu den Playbacks. Die Aufnahmen dauerten vom frühen Morgen bis spät in die Nacht hinein. In der Zeit zwischen den einzelnen Takes studierte Barbra das Yentl-Drehbuch, denn ihre Verfilmung von Isaac B. Singers Novelle war in Vorbereitung, und sicher in vielerlei Hinsicht das wichtigere und hürdenreichere Projekt.

Schwierigkeiten mit „Guilty“ hatte Barbra nur mit den leicht esoterischen und vieldeutigen Texten der Songs. Sie erschienen ihr zu „abstrakt“, als dass sie eine klar verständliche Geschichte erzählen könnten, so wie sie es bisher in ihren Liedern bevorzugte. Sie liebte unmissverständliche, sachbezogene Texte, die genau das ausdrückten, wovon die Geschichte erzählte. Ihre Stärke war ja, dass immer so etwas wie ein „Wahrheitsfunken“ zum Hörer übersprang, wenn sie einen KONKRETEN Text interpretierte. Das machte einen großen Teil ihres Erfolges als Sängerin aus. Sie wusste nicht, ob sie diese neuen Texte mit der gleichen Überzeugung so „wahrhaftig“ singen konnte, damit sie eine ähnlich starke Wirkung beim Publikum erzeugten, wie bei ihren bisherigen Liedern.

Doch dann wurde “Guilty“ zu ihrer Überraschung und Freude zu einem definitivem Highlight ihrer Pop-Ära . Es entstand ein Popalbum von puristischer Reinkultur. Die amerikanische Presse bezeichnete „Guilty“ als eine sensationelle Mischung zweier Talente, “Guilty sei „perfekt“. Innerhalb dieser vielen Lobeshymnen wurde „Guilty“ auch oft als ein pures „ear candy“ definiert, womit gemeint war: wunderbarer Sound, herrliche Stimme, traumhafte Melodien, reinstes Hörvergnügen....und dergleichen mehr.

Der bekannte Musikkritiker Stephen Holden jubelte völlig ohne Ironie im „Rolling Stone“ und in der New York Times: „Guilty“ ist das am schönsten gefertigte Zuckerstück für meine Ohren, was ich seit Jahren gehört habe! Weil Barry Gibb sich niemals mit Streisand’s Stimme messen will, ist er ein viel besserer Duettpartner als beispielsweise Donna Summer. Statt dessen ist er ein kluger Chauffeur, der seine Partnerin noch wie eine Prinzessin himmelwärts hebt!“ Schön ausgedrückt!

In der Tat hat Barry Gibb in den zwei Duetten mit Barbra sogar seinen charakteristischen Falsettgesang etwas reduziert. Dieser typische BeeGees Sound wird noch am ehesten in den Backround-Vocals auf „Promises“ hörbar. Richard Harrigton von der „Washington Post“ schrieb: Von Fans und Journalisten wurde „Guilty“ gleichermaßen leidenschaftlich und mit großer Begeisterung bis zur „stürmischen Verzückung“ aufgenommen. Barbra Streisand, inzwischen die Alleskönnerin jeglicher Pop-Trades, singt und klingt jung wie „total erneuert“ und manchmal sogar „kokett“.

Die erste Single des Albums, „Woman In Love“ wurde Ende August 1980, drei Wochen vor Erscheinen des Albums veröffentlicht. Der Song stürmte durch die Hitparade und blieb drei Wochen auf dem ersten Platz der US-Single-Charts. Radiosender in den USA oder Europa spielten den Song zu jeder Tages -und Nachtzeit. Dann wurde er zum Welthit und belegte auch den ersten Platz in Kanada, England, Deutschland, Australien, Holland, Belgien, Südafrika, Norwegen, Österreich und Israel! „Woman In Love“ beginnt gut kalkuliert mit simplen, aber stark markanten Syntesizerklängen, die schon während dieser ersten Noten immer wieder den Song erkennen lassen, noch bevor Barbra’s Gesang mit berückend zarter Stimme einsetzt. Zwar ist der Song eine Ballade, aber ein stetiger, leicht schwingender Rhythmus verhindert getragene Schwerfälligkeit, die häufig bei Balladen der Grund für das nachlassende Interesse des Hörers sind. In der Mitte von „Woman In Love“ gibt es eine extra lang gezogene Note von Barbra, die das Lied effektvoll, durch den Wechsel von der Sanftheit ihrer Stimme zu kräftigeren Tönen, zu einer Steigerung vorantreibt, die bis zum Ende des Titels anhält!

Der Song hat eine magnetische Sogwirkung der sich kaum jemand entziehen kann. Es sei denn, man ist vollkommen immun gegen eine harmonische Melodie und die leichte, immer irgendwo schwebende Melancholie in der Stimme Barbra Streisands.

Und diese, schon weltbekannte Stimme erlebte einen neuen, in dieser Bestätigung zuvor nie gekannten Aufschwung. Dass alle Streisand-Fans den Song kauften war klar, aber „Woman In Love“ war darüber hinaus auch für Millionen Käufer sicher die erste Streisandplatte überhaupt und verhalf Barbra Streisand zu ihrer bisher größten Popularität auf dem Weltmarkt der Popmusik.. So war der überragende Erfolg von „Guilty“ schon durch die Nr. 1 Single „Woman In Love“ vorausbestimmt. Als das Album im September 1980 erschien, wurden in den ersten zehn Tagen 1 Millionen Exemplare verkauft. Später erreichte „Guilty“ fünffachen Platin-Status allein in den USA, und Streisand war die erste Sängerin in der Geschichte der Popmusik, die einen solchen Erfolg verbuchen konnte. Das Album war danach noch in fünfzehn Ländern die Nummer 1 der Charts. „Guilty“ entwickelte sich zu einem „internationalen Phänomen“ mit weltweit über 20 Millionen verkaufter Exemplare und half damit der Columbia Records über das Rezessions-Tief hinweg. Columbia fragte nach einem zweites Streisand/Gibb Album und Barry erklärte sich einverstanden. Barbra jedoch zeigte sich wenig zugänglich für diese Idee. Ihr Label gab bekannt: Barbra mag es nicht, sich selbst zu wiederholen!

Was war passiert, wie erklärt sich dieser Dimensionen sprengende Erfolg? Da kam einiges zusammen. Von ihrem traditionellem Liedmaterial und Gesangsstil mehr und mehr abgewandt, tauchte Barbra Streisand in den letzten Jahren immer häufiger mit Popsongs in den Hitparaden auf, und ihr Erfolgsduett mit Donna Summer war noch ganz aktuell. Die BEE GEES befanden sich ebenfalls auf der höchsten Ebene ihres Erfolges. So könnte man sagen: Künstler von Popularität und größter Professionalität wie sie, haben einfach zur richtigen Zeit das Richtige gemacht. Und „richtig“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Sie haben ein sauberes, glänzend poliertes, leicht konsumierbares Produkt kreiert, was die Massen blind wie „pures Gold“ kauften, denn „Gold“ muss nicht geprüft oder hinterfragt werden. Auch wenn speziell die amerikanischen Kritiken brillant waren, sehe ich es so, dass ein Album von nur solider Qualität wie „Guilty“ eine simple Referenz an den breiten Durchschnittsgeschmack dieser Zeit war. Zum Vergleich: Das fünf Jahre ältere Album „Lazy Afternoon“ entspricht genau dem Gegenteil: Anspruchsvolle, ungewöhnliche Kompositionen, überdurchschnittliche Qualität von Gesang und Arrangements. Die gesamte Produktion entsprach keinesfalls dem Durchschnittsgeschmack der Popmusikkäufer.

Vielleicht könnte man sagen, dass „Guilty“ ein Meisterwerk an faszinierender Leichtigkeit und schönster Mittelmäßigkeit ist. Es ist ein besonders melodiebetontes Album und gerade das wunderbar entspannte, fast „gefällige“ Singen von Barbra entspricht in adäquater Weise diesen ohrgängigen Melodien. Diese Melodien, mit ihrer BEE GEES-identischen Erkennbarkeit, sowie der durchgehend geschmeidige High-Tech-Sound sorgen für eine von Titel zu Titel durchgängige Homogenität des gesamten Albums.

Und obwohl Barbra’s Interpretationen glatter und bis auf „Make It Like A Memory“ weniger emotionsgeladen als gewohnt sind, dominiert das Markenzeichen „Streisand“, mit ihrer Stimme ganz klar das gesamte Album. Barry Gibb und seine Mitstreiter liefern zwar mit ihren Stimmen und Edelpop-Arrangements einen effektvollen Background, aber Streisand’s Stimme steht außer Konkurrenz über all dem akustisch im Vordergrund. Die Soundabmischung ihrer Stimme ist hervorragend und bei Konzentration auf ihren Gesang fällt auf, wie perfekt sie den Tonwechsel von zart zu hart in jedem Song bringt. Wenn von den weichsten Tönen ausgehend, ihre Stimmbänder zu maximal gespannten Stahlfedern prosperieren, war dieser Übergang ganz selbstverständlich, fließend, und fast „gediegen“, jedenfalls mit weitaus weniger dramatischem Ausdruck als sie es sonst gestaltet. Auch deswegen bleiben diese Aufnahmen für mich nur gutes „easy listening“!

Verglichen mit anderen Aufnahmen, ruht sich Barbra auf „Guilty“ fast ein wenig aus. Man muss schon taub sein, wenn man im Vergleich zu den „Guilty“-Aufnahmen den Unterschied ihrer hochemotionalen Interpretationen von „Everything Must Change“ (1997)  oder „I Never Has Seen Snow“ (1973) nicht hört. US-Kritiker bemerkten, „Guilty“ sei für Streisand eine „musikalische Herausforderung“ gewesen, die sie blendend gemeistert habe. Wenn das so ist, dann besteht für mich diese Herausforderung in der Unterdrückung ihrer Emotionen, in der „Vereinfachung“ und „Glättung“ ihrer vielfältigen Interpretationskunst! Nur die reine Stimme an sich sollte sich ästhetisch entfalten. Ihre Interpretationen auf „Guilty“ haben natürlich sehr viel mit den Texten zu tun, die sie schon im erstem Stadium dieses Projektes kritisierte. In den allgemein gehaltenen Texten von Guilty“ kann Barbra keine obsessiven Sehnsüchte oder andere Leidenschaften zum Ausdruck bringen. Sie versucht mit stimmlicher Reinheit diesen Songs die Streisand-Aura einzuhauchen, was scheinbar gelingt. Aber so schön es auch klingt, und je öfter man das Album hört, zeigt sich auch: Vieles bleibt vordergründig an der Oberfläche. Und das ist für das Popgenre allgemein nicht gerade untypisch. Manch einer will auch nicht mehr, als nur eine schöne Oberfläche! Wie anders kann sie es, wenn sie überzeugt hinter dem Text steht, wie bei dem Harold Arlen Song „The Man That Got Away“. Hier interpretiert sie den Text sorgfältig wie eine Schauspielerin. Das hat sie im 94er Konzert gezeigt und die Intensität ist unbestritten. So sieht es aus, so hört es sich an, wenn Barbra „Alles“ gibt.

„Guilty“ war und ist für viele Streisand-Fans das erklärte Lieblingsalbum. Das ist leicht zu recherchieren, wenn man die „Customer Reviews“ zum Album bei Amazon.com. nachliest. ( immer wieder steht da: ...her best album by far.). Ich kann mir gut vorstellen, wie herrlich sich das Album anhört, wenn man im Auto sitzt und auf endlosen Highways den amerikanischen Mittelwesten durchquert. Es stimmt, dass „Guilty“ einen ganz unangestrengten, guten Unterhaltungswert hat. Auch ich höre das Album ab und zu gerne, aber es ist kein „engagiertes Hören“ wie bei „Higher Ground, „The Broadway Album“ oder „Je máppelle Barbra“.

Der süße Klang ( und das bei Streicherverzicht! ) von „Run Wild“ und „Woman In Love“; die bittersüße Melancholie von „The Love Inside“ und dem Duett „What Kind Of Fool“ kann manchmal berauschend sein. Die Melodien klingen auch nach zwanzig Jahren weiterhin leicht, schön und nicht abgedroschen. Die zwei Titel „ Secrets“ und „Carried Away“ wurden aufgenommen, aber bis heute nie veröffentlicht. Das gleiche Schicksal erlitt um ein Haar das wunderbare Duett „What Kind Of Fool“. Als das Duett aufgenommen war, sagte ein Tontechniker, es gäbe ein Problem mit der Aufnahme. Barbra’s Stimme sei so großartig, so makellos, so dominierend in ihrer strahlenden Schönheit, dass sich Barry Gibb’s Stimme, obwohl sie von der Präsenz her ebenbürtig aufgenommen war, daneben anhöre wie eine Störung. Er wirke in diesem Song einfach nur, wie jemand, der sich aufdrängt oder einmischt. Man schlug Barbra vor, diesen schönen Titel alleine aufzunehmen; sie brauche nicht Barry’s oder irgend eine andere Stimme in diesem Song. Aber Barbra erklärte, sie wolle es mit Barry singen. Der Song sei als Duett geschrieben, und außer diesem, gäbe es nur noch ein anderes Duett mit Barry (den Titelsong „Guilty). Die Aufnahme wurde anschließend ca. zwanzig mal überarbeitet, bis sich Barry’s Stimme neben Barbra’s einigermaßen akzeptabel anhörte.

.„Life Story” ist auffallend kompakter arrangiert als die anderen Songs, und sicher ein Highlight des Albums. Ich kann nicht erklären warum, aber der Song erinnert mich in Melodie, Stil, Struktur und Tempo an „Life On Mars“ vom „Butterfly-Album“ (1974) Mit „ Make It Like A Memory“ erhält „Guilty” mit Abstand das erinnerungswürdigste und fesselndste Musikstück. Es ist der einzige Titel in dem Barbra Streisand musikalisch gefordert ist. Alle anderen Songs könnte sie ebenso untadelig wie im Studio, auch beim Spülen oder Blumen gießen gesungen haben. Jedenfalls traue ich es ihr zu. (Aber wir wissen, dass Barbra nach eigenen Aussagen nur im Studio oder auf Veranstaltungen singt, und nirgends sonst! Schwer vorstellbar!) Barry Gibb sagte einmal über die Produktion von Guilty: „Ich habe sechs Monate daran gearbeitet, Barbra zwei Wochen!“

Mit über sieben Minuten bietet „Make It Like A Memory“ die Möglichkeit, den Song und seine Dramatik langsam aufzubauen. Hier kommt nach acht Titeln der Song, bei dem Barbra ihre wirklichen Stärken zeigen kann. Das, was ihre Einzigartigkeit ausmacht, ein „über sich selbst hinausgehen“, ein ständiges intensivieren von Worten und Tönen, hier wird es endlich spürbar. In dramatischer Steigerung, und mit aller Entschlossenheit gibt sie sich auch einer gewissen Theatralik hin, wenn sie die Worte hinausschreit: „ lie down on my flower bed, I got no controll, I would sell my soul“ ( wobei sie das Wort „controll“ extra betont mit in ganz knappen Intervallen runtergezogenen Noten)
Das Lied wirkt echter, weniger weichgespült als die anderen Stücke des Albums.. Dieser Eindruck verstärkt sich besonders durch das von Pete Carr hart eingespielte Gitarrensolo im instrumentalem Teil des Stücks. ( Als Hörer fragte ich mich zuerst: Nanu! Hat sich da Carlos Santana ins Studio geschlichen?)

Nach fünf Minuten und vierzig Sekunden hat Barbra sich mit allem Stimmaufwand und gleißenden Feuertönen ausgesungen. Der Song startet zum Finale: In exorbitantem Großeinsatz kommen Trompeten, Posaunen, Tenorsaxophon, Baritonsaxophon, Congas, Maracas, Zimbeln, Kabassa, Kuhglocken, viele Gitarren und Streicher, Bass, Schlagzeug, Piano zum pompösen Einsatz.. War Streisand’s Stimme auf allen vorherigen Titeln mit eher „dezentem“ High-Tech-Sound“ begleitet, endet „Make It Like A Memory“ nach 7:26’ plötzlich wie eine gigantische Symphonie, geschrieben von einem zeitgenössischen Tschaikowski, der sich in Popgefilde verirrt hat. Mit gefällt dieses Ende mit Pauken und Trompeten!

Für „Guilty“ gab es vier der wichtigsten Grammy-Nominierungen:

Album Of The Year,
Record Of The Year“, ( für “Woman In Love“),
Best Pop Female Performance( wieder „Woman In Love“) und
Best Pop Duo Or Group, (für das Duett “Guilty”).

Aber als am 25. Februar 1981 die Grammy’s verliehen wurden, war die Konkurrenz groß. Der überall gefeiert Newcomer „Christopher Cross“ (was macht er heute???) wurde mit den zwei wichtigsten Grammy’s bedacht: „Album Of The Year“ und „Record Of The Year“ (Sailing). Nur für ihr Duett „Guilty“ erhielten Barbra und Barry einen Grammy. „Guilty“ war Barbra’s viertes Nr.1 Album. Es gab vier Single-Auskoppelungen.

Das Cover vom Album „Schuldig“ ist ganz in „unschuldigem“ Weiß gehalten. Barbra und Barry tragen weiße Satinklamotten, posieren vor weißem Hintergrund. Der Titel des Albums und der Name „Streisand“ stehen in schmalen, unauffälligen Buchstaben bescheiden auf weißem Grund. Hollywoodfotograf Mario Casilli, der Streisand schon für das „Wet-Cover“ so sensibel ablichtete, hatte mehrere Fotos gemacht, von denen Barbra begeistert war. Sie sagte zu Casilli: „ Mario, diese Fotografien schmeicheln mir so sehr! Wie, zum Teufel, hast Du das hingekriegt?“ Er antwortete knapp:“ Barbra, ich hatte etwas so zu machen, dass es gut wird. Ich kann nicht singen!“

„Woman In Love“ war, wie ich schon erwähnte, für viele die erste Streisand-Single. Und möglicherweise noch mehr Menschen waren mit dem Erwerb von „Guilty“ im Besitz ihres ersten Streisand-Albums. Diese Menschen, und alle Barbra –Fans miteinander, sie alle sind „mitschuldig“ an diesem 20 Millionenphänomen „Guilty“.

Höchste Chart-Notierung: Album 1, Gold, 5 x Platin,
Singles: Woman In Love: 1, Guilty 3, What Kind of Fool 10, Promises 48

(c) Werner Matrisch, Köln, 2003